Wirtschaftsethikforum Sils Maria 2019

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„Welt 4.0 – was wirklich zählt!“

„Was wirklich zählt“ in einer globalen, digitalisierten Welt voller disruptiver Veränderungen hat die Wirtschaftsgilde in ihrem Wirtschaftsethikforum vom 16. – 23.02.2019 ins Sils Maria im Oberengadin mit bemerkenswerten Botschaften herausgestellt:

Im Eröffnungsvortrag zu „Bildung im digitalen Zeitalter“ stellte OKR a. D. Werner Baur eine Haltung zu Werten und Verantwortung für die Zukunft in den Fokus. Das bedeutet

  • in Beziehung und Resonanz zu einem Gegenüber treten
  • dem Leben Struktur geben für Zeit, Ort und sozialer Einbindung
  • Aufgaben und Verantwortung annehmen und ermöglichen
  • Chancen für Neuanfänge bewahren
  • in Zuversicht und Vertrauen den Blick für Potenziale offenhalten.

Damit wurde auch die Notwendigkeit der Balance zwischen Agilität uns Stabilität erkennbar.

Eine neue Rolle des Journalismus und der Medien in der Netzwirklichkeit formuliert der Verleger E. Fidelius Reisch, Gentner Verlag, Stuttgart:

Informationen und Daten sind der Kern der digitalen Welt. Vielfältige Medien transportieren Inhalte unreflektiert, frei in Netzen bis hin zu Fake News. Das Sammeln, Bewerten, Aufbereiten und neu Verteilen wird jetzt zur Herausforderung und Verantwortung eines guten Journalismus; Quellenanalyse und redaktionelle Qualität werden zu entscheidenden Kriterien öffentlicher Meinungsbildung und letztlich für den Bestand demokratischer Gesellschaften.

In Abwägung von „Sicherheit versus Chancen“ stellt Martin Gallitzdörfer, attempto GmbH, Aschheim, Errungenschaften aus Hard- und Softwaretechnologie möglichen negativen Auswirkungen gegenüber. Forschung und Wissenschaft sind von Neugier, nicht von Werten getrieben. Das bedeutet den Nutzen zu fördern und Missbrauch zu vermeiden wird zur gesellschaftlichen Aufgabe. Hier gilt es wieder, Chancen und Potenziale nicht blind durch Ängste auszublenden, wenn der Wettbewerb in der digital-globalen Welt bestanden und fördern soll, was wirklich zählt.

Wie wir zu kritischem Abstand, schöpferischer Ruhe und Inspiration finden, um auch in der Welt des „digitalen Overkill“ urteilsfähig zu bleiben, machte der Seniorchef des legendären Hotel Waldhaus in Sils an diesem Familienunternehmen und Generationenhaus seit 1908 erlebbar: Respekt vor dem Gast, dem Gegenüber, Werte und Freude vorleben; die Herausforderung Familienunternehmen als Ehrensache für Generationen zu erfahren ist es , was auch in Zukunft zählt und Sinn stiftet.

Erfahrungen wie sie ebenso Frau Dr. Mirella Carbone und ihr Mann, Joachim Jung, aus der Kulturforschung der Region in ihrem Impuls über viele Literaten und Persönlichkeiten von Friedrich Nietzsche bis Thomas Mann auf der Suche nach Orientierung in bewegten Zeiten bestätigen: 

Den Blick offen halten für Beziehungen, Strukturen, Verantwortung und in Zuversicht  – und Gottvertrauen – Chancen sehen und wahrnehmen, das ist etwas, was wirklich zählt, auch in einer Welt 4.0!

Sils Maria, 23.02.2019

Burkhard Thost

 

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